Donnerstag, 25 August 2022 11:23

SRF Reporter Spezial vom 14.08.2022

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Dreharbeiten bei Curvy & Smart Secondhand für SRF Reporter Spezial:

"Mein Körper und ich", Erstausstrahlung am 14.08.2022 SRF1

 SRF 1408 1  SRF 1408 2

Beim Klick auf das folgende Bild kommst du direkt zur Stelle im Bericht mit Melanie Dellenbach von Body Respect Schweiz:

SRF 1408 1

 



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Umstyling

Dienstag, 10 Mai 2022 11:53

Hey Pretty Beauty Blog vom 29.04.2022

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Quelle:

I’m not gonna lie. Wenn ich mal richtig hart zurückrechnen würde, bin ich mir ziemlich sicher, dass ich im Laufe meiner 48 Jahre auf dieser Welt wohl einen überwältigenden Teil meines Einkommens in Kleidung investiert habe. Das war schon immer so, und zwar völlig unabhängig von Alter, Kleidergrösse oder Lebensphase (okay, in der Lebensphase «Babymami» habe ich auch sehr viel Geld für Kinderkleidung ausgegeben!).

I FUCKING LOVE FASHION.

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 Als Plus Size-Frau mit einer Kleidergrösse, die sich je nach Marke aktuell zwischen 46 und 52 bewegt, habe ich mich schon längst daran gewöhnt, dass ich etwas mehr Zeit und Effort brauche, um an wirklich coole, modische Kleidung zu kommen, denn aus irgendeinem Grund hat die Modeindustrie lange geglaubt, dass dicke Frauen offenbar kein Interesse an Mode haben und sich einfach verschämt ins nächstbeste 100%-Polyester-Blumenzelt wickeln will.

Auch Anni Hunziker weiss, dass das überhaupt nicht stimmt.

Dass es bei «curvy» Frauen genauso eine riesige Bandbreite an Styles und Geschmäckern gibt, aber viel weniger Anlaufstellen, um überhaupt Mode shoppen zu gehen, war für sie die erste Inspiration für ihren Secondhand-Laden Curvy & Smart. Und dann war es indirekt die Pandemie, die ihr dann den «Schupf» gaben, um sich einen kleinen Lebenstraum zu erfüllen, und das mit grossen Grössen (höhö, den konnte ich mir nicht verkneifen!).

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In einem herzigen Wohnquartier in Schlieren bei Zürich kann man seit Sommer 2021 in Annis «Curvy & Smart» Secondhand-Store im Private Shopping und auf Voranmeldung einkaufen kommen, und zwar lauter Damenmode ab Grösse 46. UND WIR GEHEN GLEICH ZUSAMMEN HIN!

DIE WIRBELWIND-PLUS-SIZE-SHOPPINGTOUR:

Anni ist eine superherzliche Frau, die (fast!) so gerne und viel plaudert wie ich, also haben wir uns auf Anhieb verstanden, und ich habe ihre Einladung, mir ihren Store anzuschauen, nur zu gerne angenommen. Es mag sich etwas speziell anhören, in einem privaten Wohnhaus eine Boutique zu eröffnen, aber Anni lebt schon seit fast 12 Jahren mit ihrem Mann in dem schönen Jugendstilhaus in Schlieren – während einigen Jahren in einer Fernbeziehung, als sie noch in ihrer Heimat Deutschland im Familienunternehmen gearbeitet hat.

2020 hat Anni beschlossen, fix in die Schweiz zu ziehen. Die Corona-Pandemie brachte auch im Haus eine Veränderung, und als die 4-Zimmer-Wohnung im 1. Stock frei wurde, hat Anni nicht lange gefackelt und sich die Räumlichkeiten gemietet, um darin eine erstaunlich weitläufige «Privat-Boutique» zu eröffnen.

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Mein Besuch bei Anni muss sie ziemlich viel Energie gekostet haben, denn ich war nicht nur unter Zeitdruck, sondern auch gleichzeitig in Shoppinglaune, sodass ich sie mit Fragen gelöchert habe und gleichzeitig nach neuen Trouvaillen Ausschau hielt. Dabei hat sie mir erzählt, dass sie sich schon immer gefragt hatte, warum niemand einen Plus Size Secondhand aufzieht hier in der Schweiz… und dass sie jetzt, relativ kurz nach der Eröffnung, schon über Stammkundinnen verfügt, die von richtig weit her zu ihr kommen, um sich bei einem gemütlichen Private Shopping in aller Ruhe (und auch in «sicherem» und verturteilungsfreiem Umfeld!) Kleider zu suchen.

Das Grössenspektrum bei Curvy & Smart bewegt sich von 46 bis hin zu Kleidergrösse 60. Für mich gabs schon bei den Grössen 46-52 viel zu Entdecken, aber für Anni war es wichtig, dass sie auch mit wirklich grossen Grössen genügend Auswahl da hat.

«Gerade sehr kurvige Frauen haben meiner Erfahrung nach besonders Mühe, Kleidung zu kaufen. Erstens, weil sie nicht glauben, dass sie wirklich etwas finden können (falsch!), und zweitens, weil sie sich oft schämen . Gerade für diese Frauen will ich mit meinem Angebot da sein und ihnen zeigen, dass das Kleider-Shopping auch in richtig grossen Grössen Spass machen kann.»

In drei Räumen ist die Mode nach Oberteilen, Hosen, Kleidern und Jacken eingeteilt, alles nach Farben sortiert… und dazwischen findet man auch etliche Accessoires, Schuhe und Schmuck.

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Bei meiner leicht hysterischen Interview-Shopping-Suche habe ich unter anderem dieses hübsche Sommerkleid von Paprika gesichtet, das ich natürlich sofort gekauft habe… zusammen mit einem coolen Glitzer-Top der jungen US-Marke Torrid.

Und ich hätte sicher noch viel mehr gefunden, hätte ich nicht schon nach einer halben Stunde davonspringen müssen!

DAS HEY PRETTY FAZIT:

Auch wenn ich meinen Kleiderkonsum in den letzten Jahren bewusst gedrosselt habe und auch im Plus Size-Bereich versuche, von Fast Fashion wegzukommen, macht es mich immer noch wahnsinnig glücklich, Schönes zu entdecken. Darum finde ich Annis Ansatz der Nachhaltigkeit so genial! Wie in allen Secondhand Stores muss man sich bei einem Besuch Zeit nehmen, um alles durchzuschauen… denn das perfekte Stück ist hier immer ein Unikat, das man zuerst entdecken muss.

Auf jeden Fall weiss ich jetzt als Curvy Girl, bei wem ich mich melden kann, wenn ich wieder mal meinen Kleiderschrank ausräume… JA, DAFÜR GEHEN WIR AUCH NACH SCHLIEREN, liebe Stadtkinder! Anni gibt auf jeden Fall lachend auch zu, dass ein beachtlicher Anteil ihres «Starter-Sortiments» aus der eigenen Garderobe stammt – also bin ich nicht die Einzige, die gerne Kleider shoppt, höhö!

Ich weiss, dass Plus Size Fashion ein Nischenthema ist, das nur einen relativ kleinen Teil der Hey Pretty-Leserinnen wirklich interessiert, aber ich finde Curvy & Smart so toll, dass ich dem neuen Store hier unbedingt eine kleine Plattform geben wollte. Falls du also eine kurvige Freundin hast, schick‘ ihr doch den Link zu diesem Feature, damit sie sich auch einen Shoppingtermin machen kann!

Frisch eingekleidete, glückliche Freitagsgrüsse, Bella… und wenn du Secondhand Fashion liebst, kannst du uns auch gerne in den Kommentaren DEINEN liebsten Vintage-Store in der Schweiz verraten… IN ANY SIZE!

Curvy & Smart Plus Size Secondhand-Mode, Stationsstrasse 16, 8952 Schlieren. Exklusiv im Private Shopping mit Termin, nähere Infos hier.

 

Dienstag, 25 Januar 2022 14:31

annabelle Ausgabe vom 21.01.2022

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sc cs

 

Freitag, 10 Dezember 2021 10:09

Artikel in der Limmattaler Zeitung

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Schlieren

Tränen bei einer Kundin und viel Dankbarkeit: Warum diese Deutsche neu einen Curvy-Secondhandladen führt

Mit dem Secondhandladen «Curvy & Smart» hat sich Annette Hunziker einen kleinen Traum erfüllt. Sie selbst hatte beim Kleiderkauf lange zu kämpfen – dies soll ihren Kundinnen anders ergehen.

Larissa Gassmann
 
 
Annette Hunziker führt in Schlieren neu einen Curvy-Secondhandladen namens «Curvy & Smart».

Annette Hunziker führt in Schlieren neu einen Curvy-Secondhandladen namens «Curvy & Smart».

Foto: Severin Bigler

So etwas, das hätte sie früher gerne in den Ausgang angezogen, sagt Annette Hunziker und greift zielsicher nach einem schwarzen Top mit raffiniertem Ausschnitt. Zu ihrer Zeit aber fand sie derartige Stücke nirgends – für sie war das Grund genug, in Schlieren einen eigenen Secondhandladen mit grossen Grössen zu eröffnen.

 Die Idee habe sie schon länger gehabt, «einfach, weil es einen derartigen Laden nicht gibt und ich selbst gerne Kundin wäre». Mode habe sie schon früh begeistert. «Ich habe aber auch darunter gelitten», sagt die 54-Jährige. Stets habe sie aufgrund ihrer Figur Probleme gehabt, Kleider zu finden. Das fing schon als Teenager an. «Ich musste immer in die Frauenabteilung. Und immer war alles altmodisch», sagt sie.

 

Als sie ihr Haus auflöste, lagen Berge von Kleidern herum

Hauptberuflich ist Hunziker Geschäftsführerin eines Familienunternehmens. Dieses befindet sich in Saarbrücken und verkauft Produkte für Senioren, zum Beispiel Rollatoren und Ess- und Trinkhilfen. Ganze 15 Jahre lang sei sie hin- und hergependelt. Dank Corona aber habe sie gemerkt, dass sie überhaupt nicht derart oft vor Ort sein müsse. Also wurde das ganze Haus in Deutschland ausgeräumt. «Danach lagen auf einmal Berge an Kleidern in drei Grössen herum», sagt Hunziker.

Anfänglich habe sie bloss all diese Sachen verkauft. Ursprünglich mietete sie ihre Ladenräume denn auch als Büro an. «Nach kurzer Zeit erschienen sie mir aber doch zu gross und einsam», sagt Hunziker. Also habe sie die Gelegenheit beim Schopf gepackt, zumal sich der Kleiderverkauf zum Selbstläufer entwickelte. In seiner jetzigen Form existiert ihr Laden an der Stationsstrasse in Schlieren nun seit Oktober.

Hier gibt es viel zu entdecken: Über tausend Stücke finden sich im Laden.

Hier gibt es viel zu entdecken: Über tausend Stücke finden sich im Laden.

Foto: Severin Bigler

Der aufwendigste Part von «Curvy & Smart» sei dabei die Suche nach Kleidern. «Als kräftige Frau schwankt man immer zwischen zehn Kilo», sagt Hunziker. Viele würden ihre Kleider deswegen behalten, bis sie wieder passen oder modern werden. Während des Lockdowns aber wurden teils ganze Pakete verkauft. Gefunden hat Hunziker diese auf den Online-Plattformen Tutti und Facebook – mittlerweile bekommt sie auch Anfragen. «Was rausgeht, kommt auch wieder rein», sagt Hunziker. So finden sich in drei Räumen derzeit rund 1100 Stücke, darunter auch Braut- und Festmode. Dies in den Grössen 46 bis 64.

Nicht wenige Kundinnen reisen von weit her an

Um nach Voranmeldung durch all die Stücke zu stöbern, reisen Kundinnen zum Teil weit an. So erzählt Hunziker von zwei Frauen aus St. Gallen und Basel – beide seien nach dem längeren Besuch mit zwei gefüllten Tüten wieder abgereist. Eine Kundin, die sehr auf ihr Budget achten müsse, habe dabei vor Freude fast Tränen in den Augen gehabt. «Das ist der Grund, warum ich das Ganze mache», sagt Hunziker.

Dazu kann sie mit der Fast-Fashion-Industrie oder Onlineshops wenig anfangen. Die Anprobe sei wichtig, «gerade, wenn man keine Figur von der Stange hat». Secondhand kaufe sie selbst gerne ein. So besteht ihre Wohnungseinrichtung vorwiegend aus Vintage-und Sammler-Stücken, die sie in diversen Brockis gefunden hat. «Ich bin ein grosser Fan von Flohmärkten, vom Gedanken, Sachen wiederzuverwenden, statt sie wegzuwerfen», sagt sie. Es sei schade, würden gut sitzende Sachen in der Altkleidersammlung landen. Und gerade jetzt, da das Thema Secondhand in aller Munde sei, brauche es auch Angebote für kurvigere Frauen.

Dabei gehe es ihr nicht darum, davon zu leben. «Die Miete sollte es aber schon tragen», sagt Hunziker. Trotzdem sei es eher ein Herzensprojekt als bloss ein Hobby. Bei guten Resultaten könne sie sich denn auch dauerhafte Öffnungszeiten oder neue Ladenräume vorstellen. So wurde bereits jetzt schon der Gang in Beschlag genommen. Mit dem Kleiderparadies direkt über ihrer eigenen Wohnung müsse sie sich denn auch selbst «viel zu oft» zurücknehmen. «Natürlich sind da immer wieder auch Kleider, die ich gerne für mich behalten würde», sagt Hunziker.

Plus-Size-Secondhand-Mode in Schlieren

Mehr Infos zum Laden «Curvy & Smart» gibt es hier.

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marken margen magenschmerzenEine kniffelige Frage rumorte in den vergangenen Tagen in mir und verursachte Magenschmerzen: Wie kann, darf oder sollte man Nachhaltigkeit ganz speziell als Anbieter von Plus Size Secondhand Kleidung eigentlich definieren? Am besten erkläre ich erst einmal, was ich damit meine und warum es mich so sehr beschäftigt.

Gebrauchte Kleidung zu kaufen, ist DER Trend der letzten Jahre. Das ist prima. Viele Secondhand Shops nehmen dabei ausschliesslich hochwertige (sprich: teure) Markenkleidung ins Sortiment und schreiben sich das Wort Nachhaltigkeit in fetten Lettern auf die Schaufensterfronten. Damit bin ich einverstanden. Secondhand-Luxusmode hat absolut ihre Berechtigung und scheint ein funktionierendes Geschäftsmodell zu sein. Warum auch nicht? Die Anzahl der potenziellen Kundinnen ist gross, die Auswahl an Boutiquen- und Designerware riesig. Und bei Grösse 42/44 ist dann halt Schluss.

Aber was ist eigentlich mit dem ganzen Rest, sozusagen den "Normalsterblichen" unter den Kleidungsstücken, den günstigeren Linien von Modeketten oder Online-Anbietern? Diese Frage stelle ich ganz unabhängig davon, in welcher Grösse sie hergestellt wurden: Darf und sollte ein Secondhand Shop solche Textilien ins Sortiment nehmen?

Billigmarken und No Name Klamotten – das geht auf den ersten Blick gar nicht! Auch aus wirtschaftlicher Sicht macht es nicht viel Sinn. Durch die niedrigeren Preise würden schliesslich auch die Gewinne deutlich schmaler ausfallen.

Trotzdem schaue ich nochmal genauer hin. Ja, es ist mir bewusst, dass im günstigeren Preissegment quasi in Lichtgeschwindigkeit und oft unter denkbar schlechten Arbeitsbedingungen produziert wird. Und ja, ich weiss - und das aus eigener Erfahrung - wie viele dieser Kleidungsstücke am eigenen Bedarf vorbei gekauft werden. Einfach deshalb, weil sie zum Mega-Schnäppchenpreis angeboten werden und wir schon fast im Wochentakt mit neuen Kollektionen zugemüllt werden. Am Ende hängt das vermeintliche Schnäppchen im Schrank und wird irgendwann ungetragen entsorgt.

Natürlich finden wir das alle verwerflich und nicht wirklich unterstützenswert. Am nachhaltigsten wäre es, wenn wir unser Kaufverhalten so änderten, dass solche Kleidung erst gar nicht produziert und vermarktet würde. Aber mal ehrlich: Wie realistisch ist das in Zeiten von "Mal eben 10 Kleider online bestellen und 9 davon wieder versandkostenfrei zurückschicken"? 

Fakt ist: Diese Kleider sind bereits produziert. Sie existieren. Sie werden in Umlauf gebracht und das wird auf absehbare Zeit so bleiben. Sie haben die Umwelt bereits belastet und bei Produktion und Vertrieb klimaschädliche Emissionen verursacht.

Da drängt sich die Frage doch geradezu auf, ob es so betrachtet überhaupt weniger nachhaltig ist, wenn ich in meinem Secondhand Laden für grosse Grössen einfach JEDES tragbare Kleidungsstück anbiete und nicht ebenfalls auf der trendigen Luxus- und Markenwelle mitsurfe? Zumindest nicht ausschliesslich. Ist es ganz im Gegenteil vielleicht sogar deutlich nachhaltiger, auch ein gut erhaltenes Teil von H&M oder C&A ins Sortiment zu nehmen und gebraucht zu verkaufen?

Ich bin mir nicht sicher, wie diese spannende und schwierige Frage von Experten beurteilt wird. Mir persönlich ist es ein Anliegen, dass so wenig wie möglich bereits Produziertes entsorgt wird. Und so gelange ich wie von selbst zu dem Schluss, dass es sich - ganz unabhängig von Marken und Margen - definitiv lohnt, auch günstigere Kleidungsstücke in Umlauf zu halten. Zum einen aus den soeben erläuterten Betrachtungen. Zum anderen, weil ich es in meinem eigenen kurvenreichen Leben immer wieder erlebt habe, dass das superbequeme, robuste und heissgeliebte Oberteil eben gerade nicht aus der teuren Plus Size Boutique stammte. Oder dass die Lieblingshose, die jahrelang in Form blieb und perfekt sass, dereinst von Herrn Vögele und nicht von Herrn Versace produziert wurde.

Es wäre doch geradezu fahrlässig, meinen Kundinnen diese ganz besondere nachhaltige Erfahrung vorzuenthalten, indem ich mich allein auf die Wirtschaftlichkeit von Marken und die Wichtigkeit von Margen konzentriere! Und mit dieser Erkenntnis sind dann auch meine Magenschmerzen Geschichte.

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pech fuer die dicke frauLange war es mir gar nicht bewusst, weil es über so viele Jahre einfach normal war: Ich habe meine Kleider immer neu gekauft. Und ich bezahlte dafür meistens recht viel. Jede Frau, die Kleider ab Grösse 44 trägt, weiss, wovon ich rede. Lange genug habe ich das auch gar nicht hinterfragt. Eine Plussize Frau braucht ein Plussize Portemonnaie – so ist das eben. Pech für die dicke Frau!

Und dann sprechen plötzlich alle von Nachhaltigkeit, von umweltbewusstem Konsum, und davon, gebrauchte Kleidung so lange wie möglich im Umlauf zu halten. Tolle Idee, denke ich, da mache ich mit. Und, wie sich nur allzu schnell herausstellen sollte, erneut Pech für die dicke Frau!

Ich stöberte also regelmässig hochmotiviert und kaufwillig in der umfangreichen Auswahl gut sortierter Secondhand-Shops, von denen es erfreulicherweise inzwischen in Stadt und Land eine erkleckliche Anzahl gibt. Und ich habe diese Läden ebenso regelmässig frustriert bis unter die Haarwurzeln wieder verlassen. Denn, genau wie auf Flohmärkten und in Brockenhäusern, ist in Secondhand-Läden die Auswahl an grossen Grössen unterdurchschnittlich bis nicht vorhanden. Selbst wenn auf meine scheue Nachfrage hin die freundliche Verkäuferin doch einmal geantwortet hat: „Aber ja, natürlich haben wir auch Plussize Mode, dort hinten ist ein ganzer Ständer mit grossen Grössen“, stellte sich ziemlich schnell heraus, dass der Ständer zu mindestens zwei Dritteln mit Kleidern der Grösse 44 bestückt war. Der Rest bestand aus einer sehr überschaubaren Menge in Grösse 46, gefolgt von wenigen tragischen Einzelschicksalen, die tatsächlich das Prädikat „Plussize Mode“ verdient hätten. Also wieder einmal: Pech für die dicke Frau!

Aber woran mag das liegen? Ich muss eigentlich nur meinen eigenen Kleiderschrank  - oder sollte ich sagen: mein eigenes Kleiderlager? - betrachten, um diese Frage zu beantworten. Dort finden sich Klamotten in mindestens drei Grössen. Aus gefühlt drei Jahrzehnten. Neunzig Prozent davon auch genau so lange nicht mehr getragen. Aber weggeben? Wieder in Umlauf bringen?  All die mühsam zusammengesuchten und in überteuerten XXL-Boutiquen gekauften Teile? Nur um sie dann später wieder teuer nachkaufen zu müssen? Nie im Leben! Frau kann schliesslich nicht wissen, wann sie wieder zu- oder abnimmt. Oder ob sie genau dieses eine Teil nicht doch noch einmal brauchen könnte.

Und auch wenn ich letzten Endes immer nur die gleichen Lieblingsteile trage (nämlich die, die genau die richtigen Stellen betonen und die anderen kaschieren), hocke ich doch auf meinem Klamottenlager wie eine Glucke auf ihrem Nest. Tja, Pech für die dicke Frau! Aber diesmal für die andere. Die, die sich vielleicht über ein kaum getragenes Secondhand Schnäppchen aus meinem Kleiderschrank gefreut hätte. Die vielleicht genau deshalb kein neues Kleidungsstück hätte kaufen müssen. Die aus genau meinem verschmähten Hosenanzug ein Stück gelebte Nachhaltigkeit gemacht hätte. Was für ein Pech. Und so gesehen doch irgendwie schade für alle!

Aber das ändert sich zum Glück nun gerade...

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